Klapphandy

Seit der Erfindung des Mobiltelefons werden ständig neue Designs und Formen entwickelt, um den Nutzern eine einfachere Handhabung zu vereinfachen. Die geläufigste Form des Mobiltelefons ist das sogenannte “Riegelhandy”. Ein kleines Display befindet sich oberhalb der Tastatur, die das Bedienen des Handys ermöglicht. Mitte der 1990er Jahre entwickelte der amerikanische Mobilfunkhersteller Motorola das erste Klapphandy. Ähnlich wie bei einem Notebook wird das Display nach Gebrauch einfach auf die Tastatur geklappt. Da die Handys im Klappformat nicht sehr zuverlässig waren, konnten sie sich auch am Mobilfunkmarkt anfangs nicht durchsetzen. Seit der Fehlerbehebung verzeichnen Klapphandys weltweit Zuwächse und sind besonders auf dem asiatischen und dem amerikanischen Markt sehr beliebt.

Die guten Verkaufszahlen der Klapphandys sind wahrscheinlich auf ihre vielen Vorteile zurückzuführen. Die meisten dieser Mobilgeräte sind mit 2 Displays ausgestattet. Das äußere, kleine Display wird oft zur Anzeige einer digitalen Uhr und des Akkuladestandes genutzt. Da die Uhr in großen digitalen Zahlen dargestellt ist, kann diese leicht abgelesen werden, ohne das Handy aufzuklappen. Die meisten Klapphandys sind mit Kameras ausgestattet, die das äußere Display nutzen, um eine Vorschau bei einem Selbstporträt zu erzeugen. Der eingebaute Klappmechanismus ermöglicht ein großes Display im Innern des Handys, das aufgrund seiner größeren Abmessungen leichter abgelesen werden kann. Im zugeklappten Zustand wird die Oberfläche des Displays zudem vor Kratzern geschützt. Wie die Displays können durch die Klappform auch die Bedienelemente größer gestaltet werden. Dies vereinfacht das Schreiben von SMS und Wählen von Telefonnummern.

Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall einer Tastensperre, da das Sperren der Tasten mit dem Einklappen des Displays am Telefon aktiviert wird. Durch das Zuklappen kann das Mobiltelefon problemlos in die Tasche gesteckt werden, ohne unbewusst zu wählen. Eingehende Anrufe können entgegen genommen werden ohne die Tastatur zu betätigen. Ebenso werden Anrufe durch das Zuklappen des Mobilgerätes beendet. Wird das Display aufgeklappt wird die Tastatur beleuchtet. Dies vereinfacht die Benutzung im Dunkeln enorm. Die Standby-Zeiten der Akkus sind bei Klapphandys meist länger, da das Handy im zugeklappten Zustand bis auf die Empfangsbereitschaft ausgeschaltet wird.

Moderne Klapphandys sind ähnlich wie sogenannte Smartphones mit einem Browser ausgestattet, um das Internet zu nutzen. Die meisten Handys verfügen zwar nicht über einen Touchscreen, werden aber von einigen Herstellern mit einem Trackball ausgestattet um die Benutzung des Browsers über das Display zu ermöglichen. Sogenannte Apps können nicht von allen Klapphandys genutzt werden. Dafür ist die einfache Eingabe von Web- oder E-Mail-Adressen über die Tastatur möglich. Auf dem asiatischen Markt sind allerdings schon Klapphandys erhältlich die Smartphone und klappbares Mobiltelefon vereinigen. Diese Klapphandys sind mit zwei unterschiedlichen Displays ausgestattet, die außer geklappt auch gedreht werden können. Große, leistungsstarke Prozessoren ermöglichen den schnellen Zugriff auf verschiedene Internetdienste, mobile Webseiten und erlauben einen schnellen Datentransfer. Wie bei den Smartphones können Apps auf dem Display integriert werden und ermöglichen dadurch die Nutzung vieler Dienste.

Trotz des Smartphone-Booms in unseren Breitengraden werden weiterhin viele Klapphandys verkauft. Im Jahr 2011 konnte der Mobilfunkmarkt bei den klappbaren Mobilgeräten einen Zuwachs von über 20% verzeichnen. In den Vereinigten Staaten und in Japan sind die Klapphandys nach wie vor die beliebtesten Mobilfunkgeräte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>